Windows Phone ‘schafft sich ab’ – Netzbetreiber und Kunden sind enttäuscht

Ich habe mir insgeheim immer gehofft, dass Windows Phone 7 sich irgendwann auf dem Markt etabliert. Die Idee von Anfang an war meiner Meinung nach eine gute: Mindestanforderungen an die Hardware, leicht zu bedienende UI und Sync-Geschichten mit SkyDrive.

Bild: techalphabet.comLeider war/ist die Umsetzung alles andere als gut. Ich will jetzt keine Einzelheiten durchkauen, die ihr alle in den Nachrichten gesehen habt: schlechte Absatzzahlen, geringes Interesse, und so weiter. Naja, die Konsequenz des Ganzen: General Manager für Windows Phone Marketing Gavin Kim und Windows Phone Chef Frank Fischner verlassen Microsoft. Letzterer begründet seinen Ausstieg mit einem Angebot der Deutschen Telekom AG. Gavin Kim hat sich nicht geäußert.

Samsung hat letztes Jahr und im ersten Quartal diesen Jahres auf jeden Fall abgeräumt. Das ist natürlich keine Entschuldigung, denn alle Hersteller sind im Wettbewerb. Warum das Interesse an Windows Phones so gering ist, lässt sich eigentlich ganz einfach herleiten: mittelmäßige Hardware für relativ viel Geld, Image-Probleme, Software-Pannen und und und. Ein weiterer entscheidender Faktor (meiner Meinung nach): Microsoft hat definitiv den Anschluss verpasst. Man hat sich zu viel Zeit für die Entwicklung genommen. Dabei war das Endprodukt auch nicht gerade das Gelbe vom Ei. Das geringe Interesse verärgert natürlich die Netzbetreiber. “Top-Smartphones” (eigentlich sprechen wir hier nur vom Nokia Lumia 800) bestückt mit Windows Phone 7 verkaufen sich einfach nicht. Ich kenne niemanden aus meinem Bekanntenkreis, der vor Freude in die Luft springt und sagt: “Morgen hole ich mir ein Smartphone, mit Windows!” Warum auch? Es gibt klasse Mittelklasse-Smartphones, die hardware-technisch (theoretisch) das beliebte Android 4.0 unterstützen könnte und die sind sogar relativ günstig zu haben.

Dazu kommt, dass Microsoft mitgeteilt hat, dass die aktuellen Windows Phones (wie z.B. das Lumia) kein Upgrade auf Windows 8 bekommen werden, sagt zumindest The Verge. Lediglich die Apps sollen laufen. Das ist natürlich super für Kunden, die sich in den vergangen Monaten ens zugelegt haben und das Betriebssystem bereits in einem halben Jahr veraltet sein wird. Besonders bei einem Lumia 800 ist es ärgerlich. Das alles erinnert ein wenig an Nokia 900 und Maemo. Damals waren Kunden verärgert, weil Microsoft Maemo nach Launch des Nokia 900 aufgegeben hat. Dieses mal wird die Reputation nicht besser ausfallen.

Und kurz noch zum Schluss: das Lumia hätte sich mit Android definitiv besser verkauft! Nokia hätte sich damit die Kunden an Board geholt, die gerne ein stylisches Gerät haben wollen. Jetztige High-End-Androi-Smartphones sehen zwar schön, jedoch haben alle ein relativ “technisch” designtes Aussehen. Ich hätte mir definitiv ein Lumia als Android-Zweitgerät zugelegt!

Quellen: heise.de, theverge.com